In der vierten Klasse hatte ich es dann allmählich erlickt, dass ich mit Zeichnen das eine oder andere Kunstwerk herstellen kann. Schuld daran war bestimmt auch dieses wunderbare Heftchen in der Schule, in das wir einfach reinzeichnen konnten, was wir wollten.
Burri
Wie bereits gesagt, Garfield war in meinen Jugendjahren einer meiner Lieblingscomics. Ich habe sodann kurzerhand ein eigenes Pendant erschaffen: Burri, ebenfalls eine Katze. Besondere Merkmale: dünne Tiegerstreifen, die Ohren in verschiedener Richtung (hier nicht ersichtlich) und ein gewellter Schwanz. Ich hatte es tatsächlich geschafft, etwa fünf Comicstrips zu zeichnen. Dann gingen mir die Ideen aus.
Wurmzerfressenes Aufgabenheft
Die wichtigste Neuerung in der vierten Klasse war das Besitzen eines Aufgabenbüchleins. Dieses gehörte uns, und nur uns alleine und bot sich deswegen an, möglichst viel hineinzuzeichnen. Hier entstand jedesmal, wenn ich eine Hausaufgabe erledigt hatte, eine kleine Zeichnung. Diese seltsamen Dinger sollen Würmer darstellen.
Würmer
Diese Würmer hatten die angenehme Eigenschaft, dass man sehr viel damit machen konnte, da sie grundsätzlich nur aus einer Aneinanderreihung von kleinen Kreisen bestanden. Ab und zu entstand dann sogar ein kleines Meisterwerk wie dieses hier.
Katzen
Als ich dann von den Würmern genug hatte, bin ich zu Katzenköpfen übergegangen. Da mir jedoch da auch ziemlich schnell langweilig wurde, habe ich begonnen, diese Köpfe zu abstrahieren. Und wieder einmal zeigt sich: Jeder Kubist hätte seine helle Freude an mir gehabt. Übrigens sieht man auch sehr schön, in welche Richtung sich mein Schönschreiben entwickelt hat.
Optische Täuschung
Nicht nur natürliche Dinge wie Tiere kamen aus meinem Handgelenk. Als Mitglied einer Familie bestehend aus vorwiegend mathematisch interessierten Köpfen, entwickelte sich bei mir je länger je mehr der Wunsch nach technischem Zeichnen. Mir genügten die einfachen Quadrate, Kreise und Pythagoräischen Sätze bald nicht mehr, und so kam ich allmählich auf Eschers Pfade und begann, Die Un-Wirklichkeit mithilfe der Geometrie darzustellen.
Technisches Zeichnen
Zwar hatten wir technisches Zeichnen nie als Fach, aber ich versuchte trotzdem immer wieder mal, mittels der gegebenen Linien auf einen Häuschenpapier die eine eine oder andere technisch anmutende Zeichnung herzustellen. Das Gitter oben in der Mitte sollte übrigens eine optische Täuschung sein, da man meinen könnte, dass die feinen Linien des Häuschenpapier dort nicht vorhanden wären. Die beiden Strichmännchen stellen mich und ein Mädchen dar, wahrscheinlich hatte ich gerade einen kleinen Groll gegen eine Mitschülerin.
Riesenbrüste
Wie man sieht, habe ich mich mit der Mitschülerin wieder versöhnt. Das hat aber nur den Anschein. Tatsächlich ist es so, dass nur die beiden Köpfe aus meiner Feder stammen und grundsätzlich niemand speziellen darstellen sollten. Der ganze Rest und jegliche Interpretation entstammt jedoch von meinem Banknachbarn, der, wenn er dieses Bild sieht, ganz genau weiss, dass er gemeint ist. Hier sieht man übrigens sehr schön, was den Unterschied zwischen einem Männchen und einem Weibchen ausmacht: Das Männchen hat gerade Haare, das Weibchen Locken.
Italien
Irgendwann mussten wir einen Vortrag über ein Land machen. Ich hatte grundsätzlich die Schweiz im Sinn, aber das durfte man nicht nehmen. Da hab ich mich eben einem Kollegen angeschlossen, der von Italien kommt. Da ich jedoch keinerlei Ahnung hatte über Italien, malte ich eben die Karte. Karten hatten schon damals für mich einen ganz besonderen Reiz. Dies hier ist nur der Entwurf, das Bild wurde dann natürlich noch auf ein grösseres Papier übertragen.