6. Klasse

Das sechste Schuljahr könnte man als mein Chaosjahr bezeichnen. Es gibt kaum einen Fleck in meinen Entwurfsheften, die nicht vollgezeichnet waren mit irgendwelchen Kritzeleien oder altbekannten Figuren.

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Spitzberg

Spitzberg

Neue Ideen kamen hinzu, wie beispielsweise Teppichplots, welche sozusagen ein zweidimensionales Höhenfeld dreidimensional darstellen. Ich hatte diese Technik bei einem meiner Brüder entdeckt und prompt adaptiert.

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Schwürg

Schwürg

Wie man sieht, habe ich meine Schattierungstechnik noch ein wenig verbessert und meine Fantasien gehen auch bereits in eine ganz bestimmte Richtung. Die Häuserreihe unten stammt nicht von mir, sondern die war auf unseren Schulheften abgebildet. Die Fledermaus hat den Wechsel in diese Klasse offensichtlich überlebt. Dass dies jedoch nicht selbstverständlich ist, zeigen die nächsten Bilder.

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Das Ende der Knollennasen

Das Ende der Knollennasen

Seltsamerweise passierte es ebenso plötzlich wie für mich unerklärlich: Meine Knollennasen verschwanden. Von einer Seite auf die andere sind auf einmal keine solchen Figuren mehr in meinen Heften und Büchern aufzufinden. Ein oder zwei letzte Cartoons im Freizeitheft zeugen noch davon, dass noch vor wenigen Monaten diese Figuren ständig aus meinem Handgelenk kamen.

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Stumpis Stumpen

Stumpis Stumpen

An diesem Bild musste ich lange überlegen, was es wohl überhaupt sein mag. Beim Herstellen dieser Seite hat mir die Erinnerung einen Streich gespielt, sodass ich dachte, dies wäre ein weiterer, kurzer Versuch gewesen, eine neue Figur zu kreieren. In Erinnerung, einen stumpenrauchenden Hund gezeichnet zu haben und in vollem Vertrauen zu meinen grauen Zellen stellte ich dies so ins Internet. Zwei Tage später schreibt mir der damalige Banknachbar ein Drohmail, denn es stellte sich heraus, dass er es war, welcher die Figur Stumpi erfand und in sein Freizeitheft zeichnete. Es handelte sich um einen kettenrauchenden Strauss. Danke und Gruss an OF!

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Abschied von Schnüfi

Abschied von Schnüfi

Auch Schnüfi kam nicht mehr vor. Irgendwo inmitten von anderen, neueren Zeichnungen ist noch dieses letzte Zeugnis dieser genialen Erfindung, mit einem so wohlkingenden und absolut blöden Namen. Dafür sieht man aber hier auch, dass ich trotz all dieser Verluste durchaus Ersatz gefunden habe. Ich versuchte immer stärker, bestimmte Dinge von bestehenden Comicfiguren abzukupfern, welche von meinen grossen Vorbildern aus Frankreich kamen.

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Comicfiguren

Comicfiguren

Verschiedene Figuren wie Spirou, Gaston oder auch (ganz schwach im Hintergrund zu sehen) Obelix prägte ich mir zuhause ein und versuchte, sie selbst zu zeichnen. Es ist selbstverständlich, dass ich einige der Techniken meiner Vorbilder später selbst wiederverwertet habe, wenn auch nur in kleinem Rahmen.

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Marsupilami

Marsupilami

Eines meiner grössten Vorbilder war dabei die Figur Marsupilami von André Franquin. Wie sich herausstellen sollte, führte etwa zehn Jahre später eine kleine Zeichnung einer Marsipulamipfote zur Geburtsstunde von Manderby. Aber das kann man auf dieser Seite nachlesen.

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Monster-Knolle

Monster-Knolle

Ganz ausgestorben sind die Knollnasen doch nicht. Ein wenig ist noch hängengeblieben in gelegentlichen Zeichnungen, die inmitten der Unmenge von anderem Zeugs auftauchen. Aber eigentlich sind es keine wirklichen Knollnasen mehr, die typische Charakteristik ging verloren. Zu beachten ist auch, dass beispielsweise die Lippen nun ausgeprägter gezeichnet sind. Diese Zeichnung ist schon eher am Ende des sechsten Schuljahres anzusiedeln.

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Fuchs

Fuchs

Auch der Fuchs stand im Lehrplan. Während mehrerer Wochen mussten wir Füchse zeichnen, beobachten, über sie lernen, ... Ich habe auch diese Tiere in mein Herz geschlossen und begonnen, sie zu zeichnen. Leider habe ich nur sehr wenige und minderqualitative Bilder gefunden. Das, was auf dem Schwanz des Fuchses sitzt, ist irgend eine Art von Vogel. Das Ding auf dem Rücken ist eine Fledermaus. Man sieht also, dass wenigstens diese Figur das ganze Jahr überlebt hat.

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Kritzeleien

Kritzeleien

Mein Aufgabenheft wurde immer mehr dazu benutzt, die Zeit, in der der Lehrer die Aufgaben an die Wandtafel schrieb, so zu nutzen, dass ich meine zeichnerischen Fähigkeiten verbessern konnte. Mal waren es Tiere, welche ich zu Papier bringen wollte, manchmal Versuche, um meine Figuren zu stilisieren und manchmal auch einfach nur TicTacToe mit dem Banknachbar.

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Notizheft

Notiz

Was bei mir ein Notizheft war, war im eigentlichen Sinne ein Schmierheft. Es mag noch so wichtige Texte oder schulische Informationen enthalten, hauptsache, es hat irgendwo noch eine kleine Zeichnung dazu. Ein Augenmerk ist auf folgendes zu richten: Die Fledermaus fährt seit dem letzten Skilager stets Ski (und ist nicht besonders gut darin). Die seltsame Figur, die aussieht, wie ein abgebröckeltes Dreieck, wo die Eidgenossen einfallen, soll den Umriss meines Heimatkantons darstellen. Das löchrige Ding unterhalb der Mitte ist ein Schwamm, entnommen aus einer sagenhaften Bildergeschichte aus der Jugend- und Schulzeitschrift Spick über ein wunderbares Gedicht: Es war einmal ein Mann, der hatte einen Schwamm. Der Schwamm war ihm zu nass, da stieg er in ein Fass. Das Fass, das hat ein Loch, da kam zum Glück ein Koch. Der Koch war ihm zu fett, da stieg er auf ein Bett... (Ich kann noch nach fast fünfzehn Jahren zumindest die ersten paar Verse immer noch auswendig!). Das gesamte Gedicht findet man hier.

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This is the end

This is the end

Die allerletzten Zeichnungen, die ich in der sechsten Klasse machte, waren in meinem Aufgabenheft verewigt. Ich habe mich einfach nur noch gefreut, dass die Primarschule fertig war und somit meine Zeit immer mehr dafür investiert, überall meine Kritzeleien hinzuzeichnen. Die letzten beiden Seiten des Aufgabenheftes sahen dementsprechend chaotisch aus. Meine Schrift hat sich übrigens seit damals nicht mehr verbessert.