Making of: Sex

Im April und Mai des Jahres 2006 hatte ich plötzlich das Bedürfnis, meinen Figuren ein wenig mehr Leben einzuhauchen. Eine Recherche im Internet hatte ergeben, dass viele Comiczeichner mithilfe des Computers Kolorierungen hervorbringen, deren Resultate schlichtweg atemberaubend sind. Nun, ich habe es ebenfalls versucht und bin vom Resultat erstaunt. Jeder einzelne Schritt ist ein Kunstwerk für sich.

Das Thema des Bildes geisterte bereits längere Zeit in meinem Kopf herum und so entschied ich, dass es an der Zeit war, gerade dieses auch für mein Vorhaben einzusetzen. Die Arbeit dauerte sehr, sehr lange, da ich mich mit der neuen Technik zuerst bekannt machen musste. Ausserdem hatte ich der Arbeit noch eine Vorarbeit vorangestellt, welche ich nur zum Ausprobieren mal durchziehen wollte.

Im Zeichenunterricht wurde uns einst beigebracht, wie man die Verhältnisse des Körpers mittels einfacher geometrischer Figuren skizzieren kann. Ich hatte auf diese Hilfe lange Zeit verzichtet und einfach nach Gutdünken gezeichnet. Nun aber wollte ich für diese Arbeit dies wieder einmal ausprobieren. Und wenn schon, denn schon.

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Studien und Szenenaufbau

Studien und Szenenaufbau

Die einzigen Anhaltspunkte für meine Zeichnungen waren bisher nur gerade zwei Kreise: Der Bauch und der Kopf. Alles, was dazwischen liegt, wurde bis anhin einfach irgendwie gezeichnet. Nun jedoch habe ich die Elemente empirisch ausgearbeitet, verfeinert und so zusammengefügt, dass ein natürlich wirkendes Bild der Figur entsteht.

Sobald ich die ersten Erfolge in der Körperhaltung verbuchen konnte, machte ich mich daran, die beiden Figuren in einer Vorabskizze in eine Szenerie einzubetten, welche ich mir zum Thema ausdachte. Die Szenerie wurde in verschiedenen Blickwinkeln aufgebaut, um sie später komplett dreidimensional umzusetzen. So konnte ich mir ein ungefähres Bild davon machen, wie der Akt später aussehen könnte.

Bei genauem Hinschauen sieht man bereits jetzt einige Dinge, die in der Endversion von der Skizze abweichen, jedoch blieb das meiste so, wies hier dargestellt ist. Die Abweichungen entstanden, da zum einen einige Verhältnisse nicht stimmten und zum anderen gerade die Hände der weiblichen Figur in der gewählten Perspektive nicht oder nur schlecht sichtbar waren. Ausserdem war der Eindruck der Szenerie nicht derjenige, den ich erreichen wollte.

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Das Gitter

Das Gitter

Das Problem, welches nun bestand, war, dass ich zwar eine wunderschöne Szenerie hatte, diese nun jedoch dreidimensional darstellen musste. Glücklicherweise hatte ich schon früher mit der Dreipunktperspektive gespielt und wusste ein wenig, womit ich es zu tun hatte. Ich erstellte somit ein dreidimensionales Gitter, welches meine Szenerie beinhalten sollte.

Ich musste einige Male neu beginnen, da es mir nicht auf Anhieb gelang, ein kartesisches System herzustellen, welches in allen Richtungen die gleichen Längen aufwies. Zwar konnte ich die Fluchtpunkte so setzen, dass die gesamte Szenerie auf einem Papier sichtbar war, jedoch hatte ich Probleme, einen schönen, nicht verzogenen Würfel zu definieren. Erst nach einigem Ausprobieren habe ich die korrekte Methode entdeckt und so das in der Vorabskizze benutzte 7*5*3 Gitter aufgezeichnet.

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Szenerie in drei Dimensionen

Die Szenerie in drei Dimensionen

Was nun folgte, war ein langwieriges Abzählen von Gitterpunkten, Setzen von Hilfslinien, Konstruieren von Würfeln und Kugeln und Suchen nach den korrekten Schnittpunkten.

Während dieser Arbeit wurde mir klar, dass ich es mit der Vorarbeit wohl ein wenig übertrieben hatte. Nichts desto trotz habe ich es doch noch fertig geschafft, mit Ausnahme der Arme und Hände der weiblichen Figur, welche mir wie bereits oben beschrieben nun mittlerweile negativ aufgefallen waren. Diese wollte ich dann später manuell ohne Konstruktion hinzufügen.

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Konturen

Die natürlichen Umrisse

Als letzten Schritt der Vorarbeit habe ich die Konstruktion nun vereinfacht und in reine Konturen verwandelt. Für die weiteren Schritte waren diese mehr als Hilfreich. Ausserdem konnte ich so endlich den ersten wirklichen Eindruck des schlussendlichen Bildes erhaschen.

In diesem Schritt hatte ich auch die Arme und Hände soweit gestaltet, dass sie mir natürlich erschienen. Hätte ich sie von Anfang an so konstruiert, wären sie bestimmt besser herausgekommen, aber ich bin zufrieden.

Was mir bei diesem Schritt ein wenig Sorge bereitete, war der Kopf der weiblichen Figur. Bereits in der dreidimensionalen Konstruktion erscheint dieser sehr gross im Vergleich zu den anderen Elementen. Nachdem ich jedoch alles nochmals überprüft und nachgemessen hatte, musste ich zum Schluss kommen, dass dies tatsächlich korrekt, und somit nur eine perspektivische Verzerrung ist. Ich hätte wohl die Fluchtpunkte noch weiter weg setzen sollen, nur leider hatte ich keinen längeren Massstab.

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Alle darauffolgenden Arbeiten wurden vollständig am Computer gemacht. Dummerweise besitze ich kein Zeichentablett, welches meine Arbeit bestimmt um einiges erleichtert hätte. Statt dessen musste ich mit meiner Maus und einigen Tricks das Bild sukzessive verfeinern und ab und zu sogar einen gesamten Arbeitsschritt nochmals wiederholen.

Da ich wusste, dass es schwierig werden würde, dieses Bild natürlich aussehen zu lassen, habe ich mich auf professionelle Software verlassen und das Bild Schichtenweise hergestellt. Dies erlaubte mir zum einen, die einzelnen Arbeitsschritte besser zu unterteilen, zum anderen konnte ich jedoch auch mit den Schichten herumspielen und so diejenige Konfiguration herausfinden, welche dem Auge am besten gefällt.

Alle folgenden Arbeiten entsprechen mehr oder weniger solchen Schichten. Sie wurden im Grossen und Ganzen unabhängig voneinander ausgearbeitet, jedoch trotzdem immer mal wieder parallel zueinander verbessert.

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Vordergrund und Hintergrund

Vordergrund und Hintergrund

Einer der ersten Schritte war die Unterscheidung von Vorder- und Hintergrund. Da ich noch nicht genau wusste, wie ich den Hintergrund gestalten sollte, hatte ich die Figuren kurzerhand mittels einer Maske ausgeschnitten, wodurch ich mich später nicht mehr darum kümmern musste.

Das schrwierigste an diesem Schritt waren die Haare, welche an den Übergängen zum Hintergrund zwangsweise auftraten. Nachdem ich einige Pinselgrössen ausprobiert hatte, gelang es mir jedoch, einen relativ guten Eindruck von diesen haarigen Viechern zu vermitteln.

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Farbmaske

Die Farbmaske

Dieser Schritt war im Vergleich zu allen anderen Schritten der einfachste. Ich habe mittels der Vordergrund-Hintergrundmaske und der vorbereiteten Kontur-Skizze die Farben der einzelnen Flächen festgelegt.

Mittlerweile hatte ich auch die Idee, was ich mit dem Hintergrund anstellen wollte. Da ich normalerweise für meine Hintergrundbilder dieses wunderschöne helle Gold-Braun (und nicht etwa Gelb, wie manche es nennen) nehme, wollte ich dies auch hier anwenden. Und das einzige, was in dieser Farbe Sinn machte, war eine Art Bettlaken. So konnte ich meine Farbe behalten und zudem den Hintergrund sehr interessant gestalten.

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Schatten und Lichter

Schatten und Lichter

Und dann kam endlich derjenige Teil, der diese ganze Arbeit angetrieben hatte: Das Hinzufügen von Schatten und Lichtern. Mittels einer einfachen Graustufenmaske konnte ich die Farben an den richtigen Stellen aufhellen oder abdunkeln, sodass ich nicht nur in der Lage war, einen realistischeren comicartigen Stil zu reproduzieren, sondern auch sehr detailierte dreidimensionale Strukturen wie Augenbrauen, Muskeln und Knorpel hervorzuheben.

Das erstaunliche an diesem Schritt war, dass bereits nach wenigen Minuten ein sagenhaftes Resultat ersichtlich war. Die Figuren sprangen regelrecht aus dem Bildschirm heraus. Die Detailausarbeitung jedoch hat dann trotzdem einige Stunden gekostet. Das schwierigste hier waren die Struktur des Stoffes des Hintergrundes und die Augenpartien beider Figuren.

Der Tiefeneffekt wurde mittels eines einfachen, nach hinten stärker werdenden Verlaufes realisiert.

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Haare

Haare

Das Resultat der bisherigen Schichten war bereits sehr erstaunlich, doch wollte ich meine Figuren noch mehr beleben, indem ich Details wie Haare, Nase, Zähne und Fingernägel mit einer Struktur belege. Dieser Schritt erforderte einiges Ausprobieren, bis dass ich mit dem Resultat zufrieden war.

Die Haare bestehen aus zwei Schichten: eine kuschelige und eine schmutzige. Die kuschelige Schicht ist eine Verschmierung von einem Bild mit zufälligen, kleinen Punkten. Diese Punkte werden durch die Verschmierung in die Länge gezogen und ergeben so zusammen mit der bereits erstellten Lichtmaske den Eindruck von lichtdurchfluteten Haaren. Ausserdem konnte ich durch die Verschmierung dem Fell eine Strichrichtung geben.

Die kuschelige Schicht alleine sah jedoch (wie könnte es anders sein) sehr kuschelig aus, ein jeder Pelzträger hätte seine Freude daran gehabt. Deswegen habe ich noch eine schmutzige Schicht darübergelegt, welche grundsätzlich genau gleich gemacht ist, jedoch aus einem viel gröberen Punktmuster entstand. Diese Schicht gibt mehr den Eindruck von nassem oder gar ungepflegtem Fell. Durch ein abgestimmtes Überblenden der beiden Schichten entstand so der Eindruck von feinem, aber leicht verzaustem Fell.

Zusätzlich hatte ich noch eine weitere Farbschicht über das Fell aufgetragen, damit die Glanzlichter des Fells eine Art Spektralreflektion aufweisen. Ganz zum Schluss wurden die Schichten mit einem Schärfe-Filter bearbeitet, damit sie noch mehr wie Kurzhaar-Fell aussehen.

Die Nasen und andere Details wurden mittels einer separaten Schicht ausgearbeitet.

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Zusammensetzung

Die Zusammensetzung

Nachdem ich nun alle Schichten erstellt hatte, mussten sie nur noch korrekt übereinandergelegt und aufeinander abgestimmt werden.

So entstand dieses wunderschöne Bild.