WK 07

Nur ein halbes Jahr ist seit dem letzten Militärdienst vergangen. Leider hat sich jedoch in dieser kurzen Zeit einiges verschlimmert im Militär und dieser WK war mit grossem Abstand der miserabelste, den ich bisher erlebt habe. Zwar war es in der zweiten Woche etwas besser, allerdings sank meine Motivation stetig gegen Null und weiter, und so hatte ich keine Lust, noch irgend etwas gutes an diesem WK zu lassen. Zudem war zwar der Umgang mit uns Soldaten mit der Zeit etwas besser geworden, doch gemütlich war es nach wie vor nicht, ich hatte gerade mal eine einzige Gelegenheit, mit den Kollegen zu Jassen. Aber es gab ja doch die eine oder andere Zeichnung. Frei nach dem Motto: Die Gedanken sind frei, es lebe die Phantasie.

---
Militärischer Gruss

Militärischer Gruss

Mein Gruss an alle Vorgesetzten, die meinen, dass sie nur durch ihr Abzeichen dazu befähigt seien, mich und meine Kollegen zu beleidigen, uns zu schikanieren und in allem Recht zu haben, wo offensichtlich klar ist, was für ein Bullshit geleistet wurde. Dies für all diejenigen die nicht begriffen haben, dass dies ein WK ist und keine Rekrutenschule.

---
Das Wiedersehn

Das Wiedersehn

Es ist immer schön, wenn man ein wenig davon träumen kann, wie es wäre, wenn man am Wochenende wieder nach Hause kommt. Man darf ja noch träumen.

---
Die Ekstase

Die Ekstase

Wenn man ein wenig weiterträumt, sind gewisse Gedanken nicht von der Hand zu weisen.

---
Das Powergirl

Das Powergirl

Inspiriert von Kill Bill hatte ich zusammen mit Gedanken an Mangas dieses nette Fräulein gezeichnet. Sowas trifft man leider nicht auf der Strasse.

---
Der Powerclown

Der Powerclown

Die Bemerkung eines Kollegen, dass die Zeichnung ja wirklich sehr gut sei, aber einfach das Gesicht ein wenig wie ein Clown aussähe war definitiv der Namensgeber für dieses Bild. Tatsächlich habe ich nach wie vor Probleme mit weiblichen Gesichtern. Aber ich bin sicher, das wird sich mit der Zeit legen. Der Rest sieht ja schon mal ganz nett aus.

---
Der Schulaufsatz

Der Schulaufsatz

Wir bewachen jetzt mit scharfer Munition auf dem Schulgelände. Ein Befehl, den ich aufs schärfste verurteile. Jemand, der solche Befehle erlässt, gehört meiner Meinung nach sofort entlassen. Diese Zeichnung ist nicht als Witz gedacht.

Nachtrag: Gegen Ende des WKs hat sich herausgestellt, dass der Battalions-Kommandant diesen Befehl erlassen hat, weil es für ihn Zitat: einfach klar war, dass trotz Proteste der Untergebenen selbst auf Schulgelände mit scharfer Mulition bewacht werden muss, was er auch öffentlich verkündete.

---
Die Volleyballerin

Die Volleyballerin

Wir hatten am ersten Tag der zweiten Woche Sport. Und da ich keinen Sport mache, machte ich eben eine Zeichnung mit dem Thema Sport. Während die Kollegen Fussball spielten (was denn sonst) machte ich mich an die eleganten Bewegungen des Volley-Spiels heran.

---
Die Dumpfbacke

Die Dumpfbacke

Am selben Tag hatten wir Soldaten-Ausbildung. Wir waren angeblich in der ersten Woche so miserabel, dass sie uns die Gründzüge des Soldatendaseins nochmals erklären mussten. Wir haben geschossen, gegrüsst, bewacht, verarztet... und kamen uns vor, wie die letzten Schafsköpfe.

---
Liegen lang

Liegen lang

Der Ausdruck Liegen lang bedeutet normalerweise Nichts zu tun, also hinlegen und schlafen. Etwas, das bisher sehr rar war in diesem WK. Die Zeichnung ist irgendwie nicht so doll, ich hatte wohl noch die Beatmungs-Puppe des Sanitätsdienstes des vorherigen Tages im Sinn.

---
Der Strip

Der Strip

Die Woche startete so übel, ich sehnte mich bereits am Dienstag nach dem Wochenende.

---
Die Träne

Die Träne

Nicht, dass ich ursprünglich dieses Bild so geplant hatte, aber die Träne passte einfach zu gut. In Gedanken an eine gute Freundin, der es hoffentlich etwas besser geht.

---
Der Übermittler

Der Übermittler

Meine Einteilung im Militär ist der sogenannte Übermittler, oder kurz Uem (gesprochen: Ü-ÄM). Am heutigen Tag kamen Herren aus der ganzen Schweiz mit vielen Abzeichen, um unsere Arbeit (sprich die kurzerhand improvisierte Show, die durchzuziehen uns nahegelegt wurde) zu bewundern. Genauso wie schon am Morgen, als ich als sogenannter Fruchtzwerg die Leute vom Bahngleis für 50 Meter zum Shuttle-Bus weisen musste (was für eine hirnrissige Aufgabe) bekam ich am Nachmittag von einem Hauptmann den Auftrag, einfach nur neben ihm zu stehen und darauf zu warten, dass eventuell irgendjemand möglicherweise eine Frage hätte, die ich dann beantworten könnte.

Es gab einige wirklich interessante Fragen, wie die Frage nach Übermittlungsgeschwindigkeiten, neueste Technologien oder die Reichweite von Signalen. Der Hauptmann stand dumm da und ich konnte mit meinen (selbstverständlch nicht im Militär erworbenen) Kenntnisse brillieren. Dann hatte es aber natürlich auch Fragen, die... nun ja, im Militär zu erwarten waren. Beispielsweise kam die Frage auf, ob man mit dem Militärcomputer auch Emails versenden könne, oder was denn nun wäre, wenn der Feind als erstes das Internet zerstören würde. Glücklicherweise hatte da der Hauptmann darauf geantwortet (er stotterte irgendwas zusammen), ich hätte wohl meinen Sarkasmus wenig verstecken können (Anmerkung: Das Internet ist kein reelles Ding, das man mit einer Waffe zerstören kann, deswegen wurde es ursprünglich auch erfunden).

---
Der Morgenstern

Der Morgenstern

Dies ist wieder mal ein Bild, bei dem jeder sofort das Wichtigste ins Auge fasst: Die Kugel des Morgensterns hat einen Zacken zuwenig. Wie dem auch sei, dies ist eines meiner bevorzugten Bilder, nicht einfach nur, weil es insgesamt ein stimmiges Bild ist, sondern da dieses Bild zudem während der ruckligen Fahrt in einem Lastwagen entstand.

---
Erwartungsvolle Manderba

Erwartungsvolle Manderba

Den Kopf sanft geneigt, ein leicht glasiger Blick, ein Grinsen aufgesetzt, die Hände in wohlpositionierter Stellung... Manchmal wünscht man sich, man käme nach Hause und die Freundin sitzt genau so da, leise flüsternd: Ich hab auf dich gewartet.

---
Die Brücke

Die Brücke

Dieses Bild hat keine spezielle Inspirationsquelle. Es hat sich einfach so ergeben.

---
Der Ruf der Natur

Der Ruf der Natur

Sei es emotional oder sexuell, der Ruf der Natur ist nirgendwo stärker wie im Militär.

---
Im Sausewind

Im Sausewind

Das Unmögliche ist eingetreten. Ich habe tatsächlich miterleben dürfen, wie wir allesamt anstelle vom Samstag Morgen bereits am Freitag Abend abtreten durften. Angeblich sei die Bewertung der zweiten Woche im Gegensatz zur ersteren dermassen positiv ausgefallen, dass die gesamte Kompanie Leistungsabtreten hatte. Um Acht Uhr Abends gings im Sausewind nach Hause.

Nachtrag: Im Laufe der darauffolgenden Woche kam das Gerücht auf, dass es möglicherweise nicht die gute Leistung war, die für das frühe Abtreten verantwortlich war, sondern weil irgendjemand in den höheren Rängen etwas grausam verbockt hatte und entweder einfach keine Kapazität mehr für den Samstag Morgen vorhanden war, oder aber das schlechte Gewissen sie dazu zwang, uns zu belohnen, damit sie auch garantiert beim nächsten abgeschossenen Bock sagen können: Nicht meckern, ihr hattet ja Leistungsabtreten.

---
Stolzer Soldat

Stolzer Soldat

Die dritte Woche begann etwas lasch. Schon wieder mussten wir ins Feld und schiessen üben. Da ich Fahrer bin, hatte ich leider sehr viel Stress und ich habe zufälligerweise mein Waffe nicht mitgenommen. So stand ich dann eben da als stolzer, waffenloser Soldat. Den Nachmittag verbrachte ich zusammen mit einem Kollegen in sengender Sonne in einem Kaff in den Bergen, wo wir eine Telefonleitung flicken mussten, bis wir schlussendlich nach unzähligen Flickstellen feststellen mussten, dass sie deswegen nicht funktionierte, da die eine Station überhaupt kein Telefon installiert hatte, da die zuständige Führungsperson dachte, es ginge auch ohne. Die Organisation und der Informationsfluss des Schweizer Militärs lässt sich anhand dieser Anekdote leicht abschätzen. Sowas erfüllt mich mit Stolz.

---
Sängerin

Sängerin

Die ersten Stunden dieser Woche demotivierten mich bereits so sehr, dass selbst der Versuch, mich mittels Zeichnen zu inspierieren, nur wenig Freude aufkommen liess. Leider sind die Zeichnungen nicht mehr so doll, wie die Woche zuvor. Dennoch: die Frisur gefällt mir.

---
Der Schnarcher

Der Schnarcher

Etwas, womit ich ständig zu kämpfen hatte, war das Schnarchkonzert der Kollegen im Schlafsaal. Sämtliche Männer des Zuges in einem Zimmer, und die Symphonie des Holzraspelns kann beginnen. Dummerweise stellte sich mein Bettnachbar als der Obersäger persönlich heraus (Nicht böse sein, Gruss!) und so hatte ich trotz Müdigkeit ab und zu schlaflose Minuten.

---
Langeweile

Langeweile

Am heutigen Tag war ich in der Wache eingeteilt. Nachdem man sämtliche Duschen, Rasuren und sonstige Körperpflegen mal erledigt hatte, die letzten Ideen für Zeichnungen bereits zu Papier brachte und das Café von nebenan schon nicht mehr sehen konnte, fand man nicht viel, was einen beschäftigte, und so blieb nicht viel mehr übrig, als einfach nur sich zu langweilen.

---
Rennende Frau

Rennende Frau

Ich wollte mal eine etwas schwierigere Position ausprobieren, aber so ganz ist es mir nicht gelungen. Eigentlich sollte diese Frau rennend oder joggend erscheinen. Allerdings sieht sie (keine Ahnung, woher ich diese Inspiration hatte) eher marschierend mit einem verkürzten Bein aus. Aber was solls, es kann nicht immer alles perfekt sein.

---
Gehirntoter Soldat

Gehirntoter Soldat

Der Tag wollte und wollte nicht zu Ende gehen. Gegen den Schluss war ich genauso wie alle Kollegen nur noch am blöd herumsitzen, furzen, rülpsen, fluchen und sich langweilen. Dass man dennoch das höhere Kader ab und zu grüssen musste, machte die Sache auch nicht erträglicher. Während dieses Tages baute sich bei mir eine absolute Motivationskrise auf, ich wollte einfach nur noch, dass dieser WK zu Ende geht.

---
Das Mädel

Das Mädel

Ein hübsches Mädel sollte meine Motivationskrise wieder etwas lockern. Allerdings ist es keine besonders gelungene Zeichnung und zudem wollte ich noch etwas dazuzeichnen, was dieses Mädel ankuckt, was mir jedoch sowas von misslang, dass ich die Zeichnung durchstrich und sie resigniert beiseite legte.

---
Das Wiedersehen

Das Wiedersehen

Der vorletzte Tag war angebrochen und ich hatte immer noch eine Motivation im negativen Bereich. Trotzdem habe ich es dann am Abend doch noch zu einer Zeichnung geschafft, die wenigstens einen halbwegs würdigen Abschluss dieses WKs bietet.

---

Eigentlich ist es traurig, so aufzuhören, aber mehr gibt es nicht, weder zu sagen noch zu zeigen.