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Die ersten paar Klassen, die ich in der Primarschule hinter mich brachte, zeugen noch sehr wenig von meinen zeichnerischen Ambitionen. Allerdings gab es doch das eine oder andere Bildchen, welches dann den Weg auf diese Homepage gefunden hat.

Männlein, Weiblein

Leider ist es ein wenig mühsam, ein Bild auf dunkelgrauem Altpapier, gezeichnet mit hartem Bleistift wirklich sichtbar zu machen, aber man kann deutlich erkennen: Das soll der Körper eines Männleins darstellen. Nein, es ist kein Gesicht mit zwei Augen und einem schmalen Mund, genauer hinschauen: Unten die beiden Beine, oben ein flacher Kopf und das, was in der Mitte ist, deutet darauf hin, dass es eben doch kein Männlein, sondern eher ein Weiblein ist. Mit Bauchnabel. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob man mit 7 Jahren im Menschen zeichnen nicht doch schon ein wenig weiter ist. Könnte sein, dass ich da mit dem Banknachbar einfach nur herumgeblödelt hatte.

Männlein, Weiblein

Erste Schreibversuche

So hatte alles angefangen. Wie bei den Höhlenmenschen: Erst die Zeichnungen, dann sofort die Schrift (oder wars umgekehrt?). Seltsamerweise mag ich mich noch genau daran erinnern, dass während der ersten Klasse nur gerade die ersten fünf Zeilen geschrieben wurden. Danach kam bereits die zweite Klasse dran. Nicht etwa, weil ich eine Klasse überspringen konnte, sondern einfach, weil das Notizheft in der ersten Klasse nicht sehr häufig gebraucht wurde.

Erste Schreibversuche

Die ersten Anzeichen von Wahnsinn

Nur ein paar Seiten weiter entdeckt man seltsame Kritzeleien, welche ich jetzt (zwar nur mit Mühe, aber trotzdem: ich erinnere mich) zu einem Gedankengang zuordnen konnte. Die Kreise zeigen eindeutig meinen unstillbaren Drang nach Wissenschaft. Der linke soll ein Diagramm der additiven Farbmischung anhand der Farben Rot, Grün und Blau darstellen. Gleich daneben die subtraktive Variante Cyan, Magenta und Yellow mit einem Zusatzelement: Schwarz. Was das Schachbrett bedeutet, weiss ich nicht mehr. Es könnte sein, dass ich damals bereits mit Pixeln gearbeitet habe, wer weiss. Aber der kleine Kreis gleich links unterhalb ist der Kreis, der entsteht, wenn man mit dem Bleistift einem Loch eines gelochten Blattes nachfährt, soviel ist sicher. Alle anderen Kritzel zeugen von meinem frühkindlichen, traumatischen und unwiderlegbaren Wasweissich. Sind hald einfach Kritzeleien.

Erste Anzeichen von Wahnsinn

Seltsame Gedanken

Was man hier sieht, sind nicht etwa seltsame, düstere Gedanken, sondern einfach nur Versuche, mich in das Thema der Schulstunde hineinzudenken: Ritter. Die linke Zeichnung ist die eines Nagels, welchen ich auf einer Schulreise zu einer Mittelalterausstellung bekommen habe. Er wurde nach typisch mittelalterlicher Art hergestellt und sah für mich überhaupt nicht wie ein Nagel aus. Die rechte Zeichnung zeigt ein Geflecht von kleinen Kreisen, welche bei einem Ritterhemd aus kleinen Eisenringen geschmiedet wird. Da ich mir nicht wirklich vorstellen konnte, wie ein Schmied mit einem Vorschlaghammer und einem Amboss mit dem Gewicht einer Tonne so kleine Ringe ineinanderschmiedet, habe ich eben ein Strichmännchen gezeichnet, das es sich vorstellen kann. Ich kann es mir übrigens auch heute noch nicht vorstellen.

Seltsame Gedanken

Grammophon

Wer kennt sie nicht, die Zeichnung mit dem Hund mit den Hängeohren, der am Grammophon der Stimme seines Herrn lauscht. Auch ich hatte dieses Bild auf den alten Schallplatten meines Vaters entdeckt und dann versucht, es selbst auf Papier zu bringen. Ich wusste, dass ein solcher Apparat irgendwelche Knöpfe haben musste, hatte jedoch keine Ahnung, wie ein Hund zu zeichnen ist. Möglicherweise fand Manderby bereits in dieser Zeichnung seinen Ursprung. Erfunden hat das Grammophon übrigens nicht der Herr Grammo Phon, sondern der Herr Emil Berliner.

Grammo Phon

Rezept

Kuchen Backen war das Thema. Links sieht man, wie eine Ei an einer Schüssel angeschlagen wird und rechts davon ein Typ, der Hmm sagt.

Rezept

Geometrie

Kugel, Würfel und Treppe sind hier aus meiner Bleistiftspitze gekommen. Interessant hierbei: Was unterscheidet eine Kugel von einem Kreis? Die Kugel hat einen Glanzfleck. Diesen habe ich mit schräg gehaltenem Bleistift gezeichnet und somit augenblicklich festgestellt, dass man hübsche Schlangenlinien damit zeichnen kann. Ebenfalls interessant ist die Darstellung des Würfels: Die Perspektive ist so gewählt, dass man auf drei Seiten gleichzeitig blickt, aber die Bodenkanten alle auf einer Linie sind. Jeder Kubismus-Anhänger hätte in mir ein Naturtalent erkannt. Das links unten ist ein Labyrinth, da war mir dann einfach nur langweilig, da ich ja bereits alle möglichen geometrischen Formen zeichnen konnte.

Geometrie

Einfluss einer Katze

Bereits in jungen Jahren war ich vernarrt in Comics. Und ich war stolz darauf, dass wir nicht einfach nur die blöden Donald Duck-Hefte hatten, die jeder hatte, sondern auch andere, wie beispielsweise Garfield. Ich mag mich noch gut erinnern, wie ich in der WARO (das war mal eine Einkaufskette) bei dem Comicregal auf dem kalten Boden gesessen habe und fast alle Hefte durchlas, ohne sie zu kaufen. Irgendwann kam dann eine mürrische Verkäuferin und dann mussten meine Eltern wohl oder übel dem quengelnden Balg ein solches Heftchen kaufen.

Einfluss einer Katze

Die ersten Comics

Glücklicherweise durften wir in der Schule in freien Minuten in einem alleine für uns bestimmten Heft zeichnen, schreiben und malen, was wir wollten. So entstanden bei mir ab und an mal gewisse Versuche, Comics zu zeichnen. Im Unterschied mit dem ersten Männlein (zuoberst) schon ein beträchtlicher Unterschied. Man beachte, dass der zufrieden ausschauende Ausdruck des abgebildeten Typs darauf zurückgeht, dass die Augen mittels des Augenlidtricks halb geschlossen erscheinen und somit den Eindruck von wohliger Schläfrigkeit erwecken. Natürlich habe ich das irgendwoher abgeschaut. Etwas, das erst auf den zweiten Blick auffällt ist, dass alle Figuren eine angeklebte Nase haben. Sprich: Zuerst wurde die Nase immer vergessen und dann noch hinzugefügt. Wer jetzt denkt, dass ich schon in frühen Jahren ein makabrer Verstümmeler war, der sei beruhigt, das ist ein typischer Fehler von Kinderzeichnungen. Die Pointe zu diesem Comic... naja, als ich 9 war, fand ich es lustig.

Die ersten Comics

Die ersten Cartoons

Auch Cartoons (auch bekannt als Ein-Bild-Comics) mussten natürlich ausprobiert werden, auch diesmal mit Köpfen ohne Nase. Ein Feler in der bestellung von Büroklammern soll darauf hindeuten, dass das riesige Paket neben diesen beiden Männlein voller Büroklammern sein soll. Witzig.

Die ersten Cartoons

Witzig um jeden Preis

Dass meine Witze alle geklaut waren, hat mich nicht sonderlich gestört. Copyright gab es für Witze nicht und so habe ich mich ungeniert bedient. Es hätte sowieso niemanden gekümmert, denn die meisten dieser Witze waren nur begrenzt lustig. Diesen hier mag ich aber noch heute.

Witzig um jeden Preis

Fast ganz ohne Worte

Auch heute finde ich Cartoons und Comics am lustigsten, wenn sie ganz oder fast ganz ohne Worte auskommen. Auch da hatte ich schon Ambitionen dazu in meinen frühen Jahren. Übrigens stellt man fest (insbesondere, wenn man andere Bilder aus dieser Zeit anschaut); dass diejenigen Bilder, welche farbig sind, eine gewisse Tendenz zur Farbe Braun haben. Es erweist sich somit das dritte Schuljahr als Beginn meiner braunen Phase, welche bis heute andauert und wahrscheinlich schon vorher bestanden hatte.

Fast ganz ohne Worte
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© Tobias Stamm, manderby.com